Viva Las Vegas!
oder wie lange braucht man eigentlich zum Heiraten?
05.05. - 06.05.2002, RV-Tacho: 1713 Meilen
Ein neuer Tag bricht an am Lake Mead und das Wochenende ist herrscht viel
Betrieb in der Echo Bay. Viele Bote und Wochenendurlauber tummeln sich auf und
an dem See. Wir schauen uns ein wenig um und sind beeindruckt von den vielen
Hausbooten, die man sich hier ausleihen kann. Vielleicht eine Idee für de
nächsten Urlaub..?
Aber nun ab nach Las Vegas. Wir erreichen die Stadt von Südosten und
können den Stratosphere Tower schon von weitem sehen. Irgendwo dort muss der
"Strip" sein...
Erst einmal heiraten
Ja, richtig gelesen. Was Petra und Georg uns gestern so ganz beiläufig beim
Abendessen unterbreitet haben war nicht mehr und nicht weniger als Ihre geplante(?)
Blitzheirat in Las Vegas.
Bevor es sich die beiden anders überlegen, sagten wir also schnell ja und
steigen als Treuzeugen überaus gerne ein. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so
bald bei Georg Trauzeuge sein darf, nachdem Georg im letzten Jahr der meinige
war.
Ausgestattet mit einer Kurzanleitung (siehe Links unten) begeben wir uns auf
den Weg, den jährlich 10.000de von Pärchen gehen. Im "Clark County
Courthouse" gibt es nach einer kurzen Wartezeit (es ist Sonntag!) die
Lizenz und gleich nebenan im "Civil Marriage Commissioner Office" (ich
würde es einmal mit einem Standesamt vergleichen) erfolgt die Trauung.
Alles in allem nicht länger als 1,5 Stunden, wenn man noch einberechnet,
dass wird noch kurz ein wenig herausputzen wollten. Wenn das mal nicht effektiv
ist! Und das sind die Glücklichen:

Petra und Georg WISSING!
Las Vegas wäre nicht Las Vage, gäbe da auch nicht noch etliche Varianten
der Heirat. Fast schon etwas kitschig sind die vielen kleinen Kapellen (haben
nicht wirklich etwas mit Kirchen oder einer kirchlichen Trauung zu tun). Nahezu jeder
Reiseveranstalter, die Hotels und sogar großen Campingplätze haben hier
Komplettangebote.
Im Alleindurchgang - wie Petra und Georg - muss man aber nicht mehr 100
Dollar aufwenden und man ist drin. Etwa derselbe Betrag ist dann noch beim
deutschen Konsulat für die Formalitäten in Deutschland fällig.
Verheiratet und glücklich und damit bestens gewappnet für den Sündenpfuhl
Las Vegas geht es weiter. Der Rest des Urlaubs ist nunmehr Flitterwochen
» Extra
Fotos von der Blitzhochzeit
Einmal den Strip rauf - und runter
Unser Campingplatz Destiny's Oasis Las Vegas RV Resort liegt im Norden
und ist sehr komfortabel. Wir kaufen noch ein wenig Lebensmittel und beginnen
unseren 2-tägigen Aufenthalt hier. Los geht's zum südlichen Ende des Las Vegas
Strip. Wir starten beim Tropicana. Mal sehen wie weit wir kommen.
Die Hotels auf dem Strip sind oft wie kleine Themenparks gebaut. Wir sehen
New York City, Paris, Ägypten, das alte Rom und mehr. Einen Tipp folgend fahren
wir zum etwas abseits gelegenen Hotel Rio (nicht so einfach, da sie
Shuttle Busse ist nicht gut ausgewiesen sind) und wollen die die "Woodoo
Launch". Leider kommen wir da mit unseren T-Shirts nicht rein. Hätten wir
das gewusst...
Überhaupt wird das Thema Kleidung zum Problem. Es ist heiß und schwül in
Las Vegas. Zumindest außen. In den Hotels, Kasinos, Bussen und Restaurants
herrscht eisige Kälte. Klimaanlagen und deren übertriebene Anwendung
ist sicherlich eine der negativen Seiten hier in den USA, besonders aber in Las
Vegas. Dafür sich alle Leute hier schrecklich nett und unaufdringlich
(letzteres gemessen an dem, was man von anderen Urlaubszielen kennt).
Beeindruckt von großartigen Las Vegas und gesättigt von einem mexikanischen
Hochzeitsmahl (Petra und Georg luden ein) machen wir uns gegen Mitternacht auf
den Heimweg. Mit dem Taxi, da die Busse um diese Zeit nur unzuverlässig
verkehren. Überhaupt scheint Las Vegas nach 23:00 zwei/drei Gänge
zurückzuschalten...
* * *
Für den zweiten Tag nehmen wir uns vor auch den nördlichen Teil des Strips
kennen zu lernen. Zuerst geht's zum deutschen Konsulat um die restlichen
Formalitäten für die Wissings zu erledigen. Keine Probleme und ganz
nett!
Das Konsulat ist unweit vom Hilton und als ich höre, dass dort die
"Star Trek - The Experience" Show läuft ist eines klar - ich muss da
rein. Nora, Petra und Georg sind so nett und warten ob des Preises von 26 Dollar
draußen. Mein Fazit: faszinierend und ein Muss für jeden Trekie/Treker.

Von wegen bei Star Trek gib es keine Base Caps...
Weiter geht's zum Sahara, um die Tickets für die Zauber-Show heute Abend zu
reservieren. Wir sind froh noch Tickets für eine der Show bekommen zu haben und
wissen auch, dass man für die großen Shows (a'la Sigfrid & Roy) schon
weit im Voraus buchen sollte.
Viele der Hotels führen in regelmäßigen Abständen freie Shows auf.
Da ist da berühmte Brunnenspektakel am Bellagio, die Piratenschlacht am Treasure
Island uvm. Innerhalb der Hotels versucht man sich an Luxus gegenseitig zu
übertreffen. Aber die USA wären nicht das Land der Gegensätze wenn da nicht
auch der verruchte Charakter von Las Vegas wäre. Ein bisschen scheinheilig kommt
es mit schon vor, wenn überall im Land das öffentliche Trinken von Alkohol
verboten ist, hier aber die amüsierwütigen Amerikaner mit den Magarita-Glässern aus dem Taxi aussteigen...
Weiter geht's zum Stratosphere Tower, der einen hervorragenden
Überblick über ganz Las Vegas gibt. Außerdem - und das ist heiß - befindet
sich in 280 Meter Höhe eine kleine Achterbahn (High Roller). Doch das ist nicht genug,
darüber befindet sich der "Big Shot", an dem man mehrmals ca. 50 Meter
in die Höhe geschossen wird und die gleiche Strecke wieder runtersaust. Mehrere
G und eine sch.... Angst wirken dort auf einen ein. Wirklich.
Und jetzt festhalten - es ist doch tatsächlich geplant, vertikal entlang des
Towers eine Achterbahn zu bauen, mit der man direkt auf 0 Meter hinunterstürzt
und über dem Strip ausrollt. Ein projekt, dass noch umstritten ist aber wir
dürfen gespannt sein...

Nora und ich im "High Roller" (Fotomontage)
Nach diesem Erlebnis ist es gut wieder mit beiden Füssen fest auf dem
Erdboden zu stehen. Mit dem Bus geht es zurück weiter südlich auf dem Strip
(der immerhin vom Four Seasons Drive bis zur Sant Luis Ave ca. 4,25 mi lang
ist). Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man bei den vielen Stops zu Fuß
fast schneller vorankommen würde...
Die Zeit geht wiederum sehr schnell vorbei und wir wir müssen uns sputen
zurück zum Sahara zu kommen. Die Steve Wyrick Magic Show wartet
auf uns. Wir kommen rechtzeitig an und werden ca. 2 Stunden lang von einem
Feuerwerk von Musik, Tanz und Illusionen unterhalten. Einiges scheint nicht ganz
so spontan zu sein aber die Zaubertricks sind schon beindruckend.
Den Bauch schlagen wir uns heute an einem Las Vegas typischen "All you
can eat" Buffet im Sahara voll, dass in unserem Ticket quasi
enthalten ist. das Buffet ist groß, maßlos und garantiert schlecht für die
Figur.
Nora hat durch die Klimaanlagen einen Schnupfen bekommen und so fahren wir
etwas früher zurück zum Campingplatz. Morgen wollen wir noch einmal nach Las
Vegas Downtown.
PS: Gespiel haben wir nicht viel. Ich habe einen Dollar verloren und Nora hat
75 Cent gewonnen. Also leicht im Minus würde ich sagen :-)
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